Fiktion_und_Wirklichkeit___Die_Darstellu
Als Dichter Jannis Ritsos – nach langer, theoretischer Auseinandersetzung mit der Russischen Revolution – sich zum ersten Mal in Moskau aufhielt, war er zutiefst beeindruckt, als er eine Tchaikovsky Platte in einem Laden kaufte und seine kleine Akquisition eingewickelt in einem Schrenzpapier bekam. Als er das Geschäft verlies, rief er enthusiastisch: »Das ist der real existierende Sozialismus!«. Dieses Beispiel gab mir einst der Berliner Intellektuelle Asteris Koutoulas, um anzumerken, dass man, anders als in Ritsos Welt, immer auf die Etikette achten muss – auch bei geistigen Schöpfungen.
Im Fall des neu erschienenen Buchs von Julia Killet „Fiktion und Wirklichkeit: Die Darstellung Rosa Luxemburgs in der biographischen und literarischen Prosa“ (Kulturmaschinen Verlag, 07/2020) koexistiert Beides.
Äußerlich haben wir es mit einer beeindruckenden Illustration zu tun, innerlich mit einer akkuraten Zusammenstellung und wissenschaftlicher Analyse der wichtigsten von den mehr als 40 deutschsprachigen Biographien sowie literarischen Texten, Dokumentationen und Filmen zum Rosa-Luxemburg-Bild von 1919 bis ins 21. Jahrhundert.
Vorliegende Audio-Datei beinhaltet das Gespräch der Verfasserin dieser Dissertation, Autorin von Julia Killet, mit Kulturhistorikerin Johanna Panagiotou (aka Victoria Mali).
Das Interview fand im Rahmen der Literatursendung „München liest ein Buch“ bei Radio LORA 92,4 statt.
Airt_Fr04Dez2020-20Uhr-20_00_00-Literatu
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