Kulturelle Etikettierungen: Über uns – ohne uns
- Johanna Mamali Panagiotou

- Oct 22
- 25 min read
Updated: Nov 9

Image: Orient through occidental eyes by #VictoriaMali
Gedanken jenseits der aufrechterhaltenden Bezeichnung »Migrant«
in salonfähigen Debatten im Rahmen kollektiver Zuschreibungen
Kulturelle Etikettierungen: Über uns – ohne uns
Gedanken jenseits der aufrechterhaltenden Bezeichnung »Migrant« in salonfähigen Debatten im Rahmen kollektiver Zuschreibungen
Johanna Mamali Panagiotou; Sarah Köksal
»I am not your Negro«
James Baldwin
Abstract
This essay examines the persistent, often unconscious processes of exclusion experienced by non-German citizens and their descendants in Germany, and highlights how these are overlooked or misrepresented in public and academic discourse. It argues that individuals born or socialized in Germany—despite holding foreign passports or multiple cultural affiliations—should be acknowledged as integral members of German society. The essay critiques the ongoing categorization as »migrants« or »people with migration background«, even when they never experienced migration themselves as a rewriting of collective history and disregard of self-definition of these individuals. Drawing on historical, cultural, and sociolinguistic perspectives, the essay explores how stereotypes and othering persist not only in right-wing contexts but also within progressive milieus, through subtle forms of cultural illiteracy. Case examples from medicine, literature, and youth experiences illustrate how labels and attributions reinforce a sense of foreignness across generations. The essay further contextualizes current debates within broader histories of migration, discrimination, and integration. It aims to raise the question of why biological categories continue to outweigh socialization and cultural factors. Ultimately, it calls for a paradigm shift toward recognition of the complexity of individual cultural positionings, active listening to affected populations, and the adoption of respectful terminology as prerequisites for genuine equality and belonging.
Keywords: Migrationshintergrund; Gastarbeiterkinder; postmigrantisch
Erschienen in: Global Social Research, Sammelband/Anthology Nr. 1/2025, 21.09.25

Einleitung
Der vorliegende Essay setzt sich mit der Problematik der vorwiegend unbewussten Abgrenzung Nicht-deutscher BürgerInnen auseinander, die aufgrund komplexer Zusammenhänge selten oder fehlerbehaftet in wissenschaftlichen Debatten oder öffentlichen Diskursen in Betracht gezogen wird.
Ausgehend von dem Gedanken, dass alle BürgerInnen – vor allem diejenigen, die in einem Land geboren oder sozialisiert wurden und die Sprache[1] ausgezeichnet beherrschen –, trotz einer doppelten kulturellen Identität, die mit dem Besitz eines ausländischen Passes formell bekräftigt werden könnte, postuliert die vorliegende wissenschaftliche Abhandlung, dass diese Individuen nicht abstrakt als EinwohnerInnen mit Aufenthaltsrecht und starkem Bezug auf das Herkunftsland, sondern als StaatsbürgerInnen[2] und vollkommenes Mitglied der deutschen Gesellschaft wahrgenommen werden sollten.
Des Weiteren zweifelt der Artikel an der Notwendigkeit jeglicher Kategorisierung und andauerndem Hinweis auf die ausländische Herkunft – sei es auch in Form einer niedlichen Aussage oder eines nicht unbedingt bösgemeinten »Witzes«[3] – und spannt den zeitlichen Bogen von der heutigen Epoche des postfaktischen Denkens bis in die Nachkriegszeit, als Deutschland die ersten GastarbeiterInnen empfing und die Deutschen den erstmaligen Kontakt zum/zur Anderen/Othering hatten.
Heutzutage leben diese Menschen immer noch im ehemaligen Anwerbeland sowie deren Kinder und Enkelkinder; Letztere stellen die vierte Generation von »AusländerInnen[4]« dar, die in der BRD mittlerweile verwurzelt sind. Im Rahmen eines unkritischen Versuchs, das Nicht-Deutsche zu definieren und dabei den belasteten Begriff Ausländer zu vermeiden, werden dabei oft gebürtige und seit vielen Jahren ansässigen BürgerInnen − die niemals eine Migration selbst erlebt haben−, fälschlicherweise[5] als Migrantinnen oder Menschen mit Migrationshintergrund bezeichnet, was ein eindeutiges Umschreiben der eigenen Geschichte darstellt.
Die Kategorie »Migrationshintergrund« wurde 2005 im Mikrozensus eingeführt, um die bis dahin unzureichende Unterscheidung zwischen »Deutschen« und »Ausländern« zu erweitern und auch eingebürgerte Zugewanderte sowie deren in Deutschland geborene Nachkommen – die »zweite Migrantengeneration« – statistisch erfassen zu können[6]. Nach der Definition des Statistischen Bundesamtes hat eine Person einen Migrationshintergrund, »wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil die deutsche Staatsangehörigkeit nicht durch Geburt besitzt«[7]. Diese Kategorie wird in der deutschen staatlichen Statistik zur Analyse gesellschaftlicher Teilhabe und Integrationsprozesse verwendet, insbesondere in den Bereichen Bildung und Arbeitsmarkt[8]. SozialwissenschaftlerInnen wenden jedoch ein, dass der Begriff faktisch eine ethnische Kategorie darstellt und postmigrantische Interessensvertretungen kritisieren ihn als stigmatisierende Fremdbezeichnung, da er in Deutschland geborene Personen als »nicht richtig zugehörig« markiert[9].
Den Betroffenen selbst wird dadurch die Deutungshoheit und somit das Recht auf eine Selbstbezeichnung abgesprochen, da nicht selten aus eigener Machtvollkommenheit der Mehrheitsgesellschaft heraus eine obsolete Sichtweise vermittelt und zuweilen sogar oktroyiert wird[10]. In diesem Sinne versteht sich das Vorliegende als ein Unterfangen, weitere Facetten von Diskriminierungen zu beleuchten.
Bezugnehmend auf die Abgrenzung, die Nicht-deutscher BürgerInnen alltäglich erleben, untersuchen wir demnach nicht klassische Strukturen, die im rechtsextremen Gedankengut verankert sind. Vielmehr legen wir das Augenmerk auf die inadäquate kulturelle Alphabetisierung der Privilegierten, die sogar dem linken/progressiven politischen Spektrum gehören und aus eigener Ermächtigung heraus auf die Viktimisierung der Nicht-Deutschen zielen, Mechanismen für die »schutzbedürftigen« Anderen demonstrieren und dabei die Selbstwahrnehmung dieser bestimmten Gruppen ignorieren.
Von diesen Vorüberlegungen ausgehend, können die zu beantwortenden Fragen folgendermaßen umrissen werden: Wie erlaubt sich die weiße Mehrheitsgesellschaft, die Geschichte von BürgerInnen zu umschreiben? Handelt es sich hier um Unwissenheit und Ignoranz, oder eine andere Facette des kulturellen Analphabetismus? Welche sei die adäquate Begrifflichkeit, wenn die Betroffenen selbst Begriffe wie »Migrantinnen« oder »Menschen mit Migrationserfahrung« ablehnen? Welche Beispiele aus anderen Einwandererländer, wie etwa aus den USA, können als Anregungen für ein Umdenken dienen? Warum ist es in Deutschland nach so vielen Jahren immer noch nicht gelungen, die Relevanz des biologischen Faktors zu entwerten und stattdessen die Sozialisierung und den kulturellen Aspekt wertzuschätzen? Welche sind die wichtigsten Stationen eines historischen Rückblicks, um die Problematik hervorzuheben? Welche sind die adäquaten Vorschläge für einen respektvollen Umgang mit dem »Anderen«?
Fremd- und Selbstwahrnehmung
»Ich glaube, wir sehnen uns alle nach einem Ort, wo wir einfach dazugehören, ohne uns verstellen oder anpassen zu müssen. An dem wir so sein können, wie wir wirklich sind«.
Anna Dimitrova
Das obige Zitat ist für den Forschungsgegenstand einleitend, da die Kluft zwischen Fremd- und Selbstwahrnehmung als primäre Hürde in der interpersonalen Kommunikation fungiert. Dieser Divergenz ist sich die Autorin Anna Dimitrova als Betroffene bewusst und wendet sich an die Öffentlichkeit mit ihrem Jugendroman »Kanak Kids: Halb angepasst und voll dazwischen[11]«. An erster Stelle ist − trotz des spöttischen Untertons − schon der Gebrauch der Bezeichnung »Kanak[12]« besorgniserregend. Es handelt sich um eine klassische Reaktion, bei der die Betroffenen sich einer von der Gesellschaft zugeschriebenen Bezeichnung ironisch selbst bedienen und zur Selbstreflexion anregen[13]. Indem sie der Öffentlichkeit die zugeteilte Etikette vor Augen führen, verharmlosen sie nicht das Semantische, sondern betonen das Klarsichtige aus ihrer Sicht.
Um das Unbehagen und die Kränkung zu kommunizieren haben sich demnach reflektierende und kritisch denkende BürgerInnen mit einer weiteren kulturellen Identität entschieden, den Perspektivenwechsel als Grundprinzip des transkulturellen Lernens und des friedlichen Miteinanders vorzuschlagen. Es handelt sich dabei um einen sehr schwierigen Prozess, der ein tiefgreifendes Umdenken voraussetzt.
Das in dem vorangegangenen Zitat beschriebene Phänomen lässt sich sozialwissenschaftlich als »Othering« konzeptualisieren, ein Begriff, der in der postkolonialen Theorie durch Edward Said und Gayatri Spivak geprägt wurde und die systematische Zuschreibung von Andersartigkeit zu einer gesellschaftlichen Gruppe durch die Mehrheitsgesellschaft beschreibt[14]. Othering fungiert als Mechanismus der Grenzziehung, durch den privilegierte Positionen in der Gesellschaft geschaffen und aufrechterhalten werden, indem bestimmte Gruppen als »die Anderen« konstruiert und von der imaginierten Norm abgegrenzt werden[15]. Im Kontext der Deutschen mit “Migrationshintergrund” manifestiert sich diese Dynamik in besonders paradoxer Weise: Die Zuschreibung von Andersartigkeit wird von der betroffenen Gruppe – nämlich den in Deutschland aufgewachsenen und sozialisierten Nachkommen von Migranten – nicht in derselben Intensität wahrgenommen wie von der Mehrheitsgesellschaft[16].
Diese Diskrepanz zwischen Fremd- und Selbstwahrnehmung führt zu einem fundamentalen Gefühl der Zugehörigkeitsverweigerung bei Migranten zweiter Generation, obwohl sie Deutschland als ihre primäre Heimat betrachten, Deutsch als Muttersprache sprechen und ihre biographischen Zukunftsentwürfe ausschließlich in Deutschland verorten[17]. Die Forschung zu Zugehörigkeit und Identität zeigt, dass diese Gruppe eine komplexe Verhandlung zwischen verschiedenen kulturellen Identitäten vollzieht, wobei sie sich häufig stärker mit Deutschland identifiziert als die Mehrheitsgesellschaft ihnen zugesteht[18]. Die Zuschreibung von Andersartigkeit wird oft von der Mehrheitsgesellschaft nicht als problematisch empfunden, weil ihnen die Feinheiten der (mehr)kulturellen Identifikation und Zugehörigkeit sowie die Vielschichtigkeit individueller Biographien nicht bewusst sind[19].
Von der betroffenen Gruppe wird diese Zuschreibungspraxis jedoch oftmals als diskriminierend, verletzend und unzutreffend wahrgenommen, da sie ihre gelebte Realität und ihr Selbstverständnis fundamental negiert[20]. Die Vielschichtigkeit dieser Identitätskonstruktionen ist derart komplex ausgestaltet, dass selbst Geschwister sich unterschiedlich stark mit den in ihrer Familie vorhandenen und parallel existierenden Kulturen identifizieren können[21]. Diese intrabiographische und intrafamiliäre Variabilität verdeutlicht die Unzulänglichkeit essentialistischer Zuschreibungen und unterstreicht die Notwendigkeit einer differenzierteren Betrachtung von Zugehörigkeit und Identität in postmigrantischen Gesellschaften[22].
In diesem Zusammenhang sollte man das Augenmerk nicht auf die rechte Szene werfen, um das Ohnmachtsgefühl der Betroffenen zu skizzieren, wenn ein Außensteher sich kollektiven Zuschreibungen und rassistischen Klischees − begleitet von negativen Attributionen − bedient und damit zur Segregation beiträgt. Ein charakteristisches Beispiel hierfür kommt aus der Medizin.
An dieser Stelle sei auf den Begriff »morbus mediterraneus« hingewiesen. Hiermit sind nicht PatientInnen mit mediterranen Ernährungsgewohnheiten gemeint, sondern abwertend und stereotypisch PatientInnen mit unverhältnismäßigen Schmerzäußerungen und niedrigerer Schmerzschwelle. Des Weiteren wurden Begriffe wie »morbus Bosporus«, »morbus Balkan«, »Mamma-mia-Syndrom«, usw.
Als eine Erklärung dieser Vorurteile seitens der behandelnden ÄrztInnen könnte Folgendes sein:
»Wenn Schottland im Fußball gegen Italien antritt, dann treffen zwei Gegensätze aufeinander. Während die Schotten sehr körperbetont spielen und sich nicht so leicht zu Boden zwingen lassen bzw. nach einem Foul sofort wieder aufspringen, um den Ball zurück zu erobern, brauchen diese die Italiener nur zu streifen und schon krümmen sie sich am Boden und rollen von einer Seite auf die andere.
Wie gesagt, das hat viel mit der Sozialisierung zu tun und zeigt nur die Unterschiede, wie die Patienten es gelernt haben, mit Schmerzen umzugehen bzw. diese zu äußern. Es ist fraglich, ob wir Nordeuropäer da "gesünder" leben, wenn wir die Schmerzen ignorieren oder in uns hineinfressen. Das typische Gegenteil zum "Morbus mediterraneus" wird von einigen Kollegen daher auch als "Morbus germanicus" bezeichnet. Da kann der Blinddarm schon geplatzt sein, doch der schlimmste Vertreter dieses Typus sagt zu Dir trotzdem nur: "Da unten zwickt es etwas!" Was auch als" Dissimulation" bezeichnet wird, musst Du genau so einschätzen können und daher ist hier Dein ganzes Gespür gefragt[23] .«
Die obige Aussage zeigt, dass solche Zuschreibungen nicht immer negativ und schon gar nicht absichtlich rassistisch gemeint sein können. Auch die Tatsache, dass der Arzt keinesfalls biologisch argumentiert und selbstironisch mit dem Begriff "morbus germanicus" einen Schritt weitergeht, ist hoffnungsfreudig. Dennoch entgeht dem Mediziner die Tatsache, dass das Verhalten der Menschen oft von situativen Faktoren abhängt und nicht immer kulturell/traditionsgemäß erklärt werden kann. Als eine weitere Eigenschaft, die den SüdländerInnen allerseits attribuiert wird, ist ferner die »emotionale Instabilität«. Demnach können sie leidenschaftlich abwechselnd lachen und weinen, weil sie eine emotionale Situation anders, bzw. in hohen Maßen erleben. Letzteres könnte selbstkritisch/selbstironisch von den Menschen aus dem Süden selbst thematisiert werden, was aber eine völlig andere Bedeutung hat.
Frühere Forschungsergebnisse und Aktualität
»Fremd ist der Fremde nur in der Fremde«
Karl Valentin
Besonders empfehlenswert für die behandelte Problematik ist die Forschungsarbeit von Rudolf Leiprecht, der die zwei kontrastierenden doch miteinander verbundenen Teilen Kulturalität und Sozialisation als ein Diptychon versteht und dabei auf die Gefahr des Reduktionismus hinweist. Der Professor für Sozialpädagogik resultiert:
»Es ist also überaus komplex und kompliziert, Kulturelles im Kontext einer Sozialisation in Migrationsgesellschaften zu thematisieren. Und obwohl auf den Kulturbegriff nicht verzichtet werden kann, gilt es gleichzeitig, auf der Hut zu sein vor Reduktionismen, die allerdings nicht nur "vereinfachend" sind, sondern aus bestimmten Gründen in einer bestimmten Weise vereinfachen. Dies lässt sich als Kulturalisierung beschreiben. Dabei wird aus einem dynamischen und heterogenen Phänomen etwas Festes und Statisches konstruiert und die Vorstellung einer einheitlichen "Großgruppe" erzeugt und reproduziert, und nicht zufällig geraten dann situative Faktoren, strukturelle Voraussetzungen oder individuelle Verantwortlichkeiten aus dem Blick. Die Rede von Kultur, Kulturkonflikt und kultureller Identität kann so der Ausblendung einer "sozialstrukturellen Benachteiligung" und der Rechtfertigung "mangelhafter Bildungsprogramme" dienen, genauso wie sie zur Distanzierung, Ausgrenzung und Abwertung beitragen kann[24].«
Nennenswert ist in diesem Kontext auch die Abhandlung[25] von Barbara Schramkowski, die eine Rekonstruktion subjektiver Erfahrungen junger Erwachsener mit Migrationshintergrund anhand von qualitativen Interviews unternahm. Der Erziehungswissenschaftlerin und Sozialpädagogin ist es gelungen, anhand von Sichtweisen aus der Ich-Perspektive der Befragten einen kritischen Blick auf das zu oft verwendete und missbrauchte Wort »Integration[26]« zu werfen.
Den Aussagen der Jugendlichen zufolge werden sie oft als »fremd« definiert. Letztere bestätigen, die gesellschaftliche Zugehörigkeit sei aufgrund alltäglicher Zuschreibungen und Ausgrenzungen eingeschränkt; dies könnte eine Erklärung sein, weshalb sie negative Assoziationen mit dem Begriff der Integration – die Illusion der Mehrheitsgesellschaft, ein Vorbild zu kreieren, das ihre eigenen Vorstellungen entspricht, um Diversität nach außen zu demonstriert −, verbinden.
Eine der Interviewten, die 25-jährige Sozialarbeiterin Ümit, kam zu dem Schluss: »Du kannst tun und lassen, was du willst, du bist eine Ausländerin, du bleibst eine Ausländerin[27].« Diese Aussage könnte von nicht-Betroffenen fälschlicherweise als nihilistisch empfunden werden; zeigt aber, wie aussichtslos jeglicher Versuch erscheint, wenn er auf zementierten Denkmustern stößt. Das Gesagte scheint eine andere Befragte, die 24-jährige Volkswirtschaftsstudentin Viale, zu bestätigen, indem sie resümiert: »Ich weiß nicht mehr, was sie noch wollen. Es fehlt nur noch, dass wir unsere Haare blond färben sollen[28].«
Bemerkenswerterweise pflegte Margot Friedländer (1921−2025) mit einer ähnlichen Wortwahl in zahlreichen Auftritten genauso ihren eigenen Kampf, die angestrebte phänotypische Zuordnung zu erreichen, um den Vorstellungen der Mehrheitsgesellschaft zu entsprechen. Die Holocaust-Überlebende beschrieb in ihren Interviews, wie Jüdinnen in Berlin sich damals die Haare blond färbten, um als »deutsch« wahrgenommen zu werden und den Repressionen zu entkommen. Hannah Arendt (1906−1975) betonen hierzu, dass es ihr − als assimilierte Jüdin − vor dem Nationalsozialismus nie richtig bewusst war, dass sie keine »Deutsche« ist und dass das Judentum erst während dieser Ära einen Platz in ihrer Selbstwahrnehmung bekam.
Selbstverständlich darf man die obige Aussage und das damit verbundene Leid und Leiden der zwei Deutschen Jüdinnen nicht mit dem Schicksal zeitgenössischer junger Nicht-Deutschen vergleichen und sollte gewiss dabei stark differenzieren. Das Gegenteil sei der aufnehmenden Gesellschaft gegenüber nicht fair und könnte indirekt als Affront gelten. Sicherlich wurden in der Bundesrepublik Fortschritte gemacht und jede diskriminierende oder als rassistisch empfundene Aussage darf nicht der rassistischen Paranoia der 1930er/1940er Jahre gleichgesetzt werden. Assoziativ wurden die zwei zeitgenössischen Aussagen durch ähnliche Zitate von Frauen, die die Perzeption ihres anders sein während einer Diktatur lebensgefährlich erlebten, ergänzt, um darauf hinzuweisen, wohin dieses stets als fremd wahrgenommen und ausgegrenzt zu werden, führen könnte. Dies mag vielleicht auch ein Hauptgrund dafür sein, wieso
»die jungen Erwachsenen sich in "ethnische Mileus" zurückzögen. Das zentrale Ziel von Integration müsse stattdessen sein, die unterschiedliche ethnischer Herkunft gesellschaftlicher Individuen "als fraglos gegebene Selbstverständlichkeit" zu akzeptieren.[16]«
Diese nach Schramkowski »fraglos gegebene Selbstverständlichkeit« wird dennoch weiterhin in Frage gestellt, solange die Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend offen für eine »Migrationsquote« für Schulen plädiert. Diesen Vorschlag unterbreitete Ministerin Karin Prien (CDU), inspiriert vom dänischen Modell, in der Sendung Politikergrillen mit Jan Philipp Burgard bei Welt-TV am 03.07.25 und stieß auf Kritik – besonders mit dem Hinweis auf Artikel 3 des Grundgesetzes:
»Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.«
Historie und historische Verantwortung
Alle hier zur Diskussion gebrachten Themen widerspiegeln nicht nur die deutsche Realität, sondern die herrschenden Denkmuster mehrerer westlicher Völker. Nichtsdestoweniger ist die historisch bedingte Verantwortung, die die deutsche Gesellschaft in diesem Zusammenhang trägt, hoch.
Der erste Schritt, um uns dieser Pflicht bewusst zu werden, sei die Realisierung, was die verwendete Wortwahl und die Verhaltensweisen bedeuten. Sowohl die im Alltag gebrauchten Wörter »Biodeutsch« und »Papierdeutsch« als auch jede direkte und indirekte Kategorisierung anhand biologischer Kriterien verbirgt das Streben nach »Reinheit«, die in der Vergangenheit mit fatalen Folgen im deutschen Denken verankert war.
Bevor man sich mit dem deutschen Nationalismus – worauf wir in diesem Essay keinen ausführlichen Bezug nehmen−, der sich diese »Reinheit«, postuliert im Rahmen der Blut-und-Boden-Ideologie und kristallisiert im Werk »Der Untergang des Abendlandes« von Oswald Spengler (1922) auf die Fahne schrieb, befassen, sei ein kurzer historischer Rückblick von Bedeutung.
Unerwähnt dürfte im historischen Kontext nicht der in den mittelalterlichen häretischen Bewegungen verwendete Terminus »boni homines« (de. Gutmenschen) bleiben − tautologisch etwa mit »veri christiani« (de. wahre Christen), die Selbstbezeichnung der Katharer als wahre Anhänger der Lehren Christi. Das Streben nach dem »Wahren«, »Puren« und »Urtümlichen« scheint eine europäische Erfindung des 18. Jahrhunderts zu sein, deren Absurdität später auf deutschem Boden ihren Höhepunkt erreichte. Der Soziologe Wulf D. Hund betont in seinem Werk »Wie die Deutschen weiß wurden«:
»Doch deutsches Weißsein war nicht nur ambivalent. Es hatte in einem langwierigen und komplizierten Prozess allererst erzeugt werden müssen. Denn von Natur aus gibt es weder Rassen noch Weiße. Die sind ideologische Kopfgeburten der europäischen Expansion und mit Hilfe kolonialer Gewalt zur Welt gekommen, ehe sie im 18. Jahrhundert von der Aufklärung systematisiert und zu wissenschaftlichen Kategorien gemacht wurden[29].«
Im 19. Jahrhundert prägt der Anthropologe Herbert Spencer (1868) in seinem Werk »The Variation of Animals and Plants under Domestication« den Begriff »Survival of the fittest«, inspiriert von der Evolutionstheorie aus dem Werk »On the Origin of Species« von Charles Darwin (1859). Als Reaktion auf die Idee der kulturellen Überlegenheit des 19. Jahrhunderts setzte sich Franz Boas mit dem Begriff des Kulturrelativismus (1887) für die gleiche Gültigkeit aller Kulturen ein und betonte die objektive, kontextspezifische Beobachtung gegenüber ethnozentrischen Vergleichen. Bedauerlicherweise widerspiegelt sich dennoch diese obsolete Annäherung des Kulturellen vor der Boas-Epoche mit nur biologischen Kriterien auch in heutigen dilettantischen Versuchen, das Andere zu erklären.
Auch dieser Spencerische Gedanke des Kampfes zwischen Organismen, in dem am Ende nur der stärkste überlebt und in den pseudowissenschaftlichen Diskursen als ein Vergleich zwischen den diversen Kulturen interpretiert wurde, scheint die Gedankenwelt der kulturellen AnalphabetInnen noch heute zu dominieren. In ihrer Wahrnehmung existiert nicht die Vorstellung der kulturellen Dualität, so wie sie in der US-amerikanischen Wortgebrauch eine Selbstverständlichkeit ist (siehe »Italian Americans«), sondern nur die eine, für die Mehrheitsgesellschaft »reine«, kulturelle Identität.
Es sei an der Zeit – jetzt, wo sich der Terminus »nicht binär« als Geschlechtsidentität etabliert –, gleichermaßen die sensible Wortprägung rund um die Forderung von Menschen mit doppelter kultureller Identität anfängt. Eine akzeptierte Wortwahl würde für Diskretion in der zwischenmenschlichen Kommunikation und sachgerechte Genauigkeit sorgen. Unter Diskretion verstehen kulturell binäre Menschen beispielsweise, dass erst auf einer sozusagen Metaebene nach ihrer Herkunft im Gespräch gefragt wird, und nicht sofort und eklatant nur beim Anhören ihres nicht-deutschen Namen; die ethnische Abstammung absorbiert somit die gesamte Persönlichkeit dieser Menschen in der Fremdwahrnehmung. Unter Exaktheit ist der Bedarf der Betroffenen gemeint, akkurat gekennzeichnet zu werden. Wenn beispielsweise ein deutscher Steuerzahler, der in Deutschland studiert und eine deutsche Approbation erlangt hat, stets anhand seiner ausländischen Herkunft portraitiert wird, ist es eine realitätsferne Herangehensweise, die dem Arzt/der Ärztin ein Teil von ihm/ihr unbesehen ignoriert und kann für eine Verwirrung sorgen, da die Person nicht im erwähnten Herkunftsland praktiziert. Mit derselben Herausforderung sind PolitikerInnen ausländischer Herkunft, die in Deutschland Politik betreiben, konfrontiert. Ausgenommen dabei sind auch nicht DozentInnen für die deutsche Sprache, die sich rechtfertigen müssen, ob sie trotz ihres ausländischen Namens ihres Wissensgebiets mächtig sind und somit berechtigt, Deutsch auf muttersprachlichem Niveau zu unterrichten.
Für die obigen Kategorien ist ein sprachliches und praxisbezogenes Umdenken, vor allem in der Bildung, mehr als erforderlich. Charakteristisches Beispiel laut einem Erfahrungsbericht der Befragten für den vorliegenden Essay ist die Tatsache, dass man in Schulen immer noch im Rahmen diverser Projekte die Kinder auffordert, über herausragende Persönlichkeiten aus »ihrem« Land zu referieren. In einer Grundschule in München West im Jahr 2018 musste hierzu der Elternbeirat eingeschaltet werden, damit die Porträts des umstrittenen Kemal Atatürks – für andere gilt er als säkularer Gründungsvater und für andere ist er mitverantwortlich für den Genozid der Christen im Osmanischen Reich − entfernt werden. Für dieses Umdenken sollten ausgebildete Cultural Mediators dringend in der Bildungsarbeit dringend eingesetzt werden, bevor man entsetzt zuschaut, wie die Fußballer der deutschen Nationalmannschaft Mesut Özil und Ilkay Gündogan mit »ihrem« Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan fotografiert werden. Hier sollte man in Kenntnis nehmen, dass viele türkischstämmigen BürgerInnen von Kindsbeinen in der Bundesrepublik wegen ihrer Herkunft ausrangiert wurden. Charakteristisch ist, dass für viele SchülerInnen in den 1980er und 1990er Jahren allein aufgrund ihres Aussehens und des Familiennamens (und nicht mangels Sprachkenntnisse) nur die Hauptschule als die einzige weiterführende Schule in Frage kam.
Eine weitere Kategorie von BürgerInnen, die nun von Vereinfachungen, Pauschalisierungen und kollektiven Zuschreibungen im Rahmen einer reduzierten Betrachtung und Außerachtlassen der komplexen Verflechtung betroffen sind, sind die Nachkommen ehemaliger GastarbeiterInnen. Diese leben mittlerweile in vierter Generation in der Bundesrepublik; für den überwiegenden Teil davon scheint die Benennung »Migrant« als unangebracht zu sein. Neben dem bereits erwähnten logischen Argument der nicht existierenden Migrationserfahrung ihrer Vorfahren, die sie sich als souveräne Persönlichkeiten – und nicht als ewige Extension ihrer Eltern und Großeltern – nicht aneignen möchten, sei auf zwei Ereignisse der Zeitgeschichte hingewiesen.
Zu den prägnanten negative Erfahrungen, die sie mit der prekären inländischen Willkommenskultur gemacht haben, zählen das verhängten Anwerbestopp von 1973 wegen der Ölkrise, das Rückkehrhilfegesetz von 1983, das besonders türkischstämmigen BürgerInnen betraf[30] und die sogenannte »Flüchtlingskrise« von 2015, als in Zeiten hoher Zuwanderung von leidtragenden geflüchteten Menschen, die pauschalisierend ebenfalls überwiegend als »Migranten« bezeichnet wurden. Diese sprachliche Gleichsetzung mit postmigrantischen Communities, die ebenfalls als Migranten etikettiert werden, trug dazu bei, dass das Wort »Migration« völlig an Bedeutung verliert. Die jüngsten Ereignisse (die AfD fungiert als klarer Gewinner der NRW-Kommunalwahl während der Verfassung dieser Zeile am 15.09.2025) und die Tatsache, dass die Alternative für Deutschland die zweitstärkste Kraft seit der Bundestagswahl 2025 ist, werfen ein zusätzliches Licht in die Thematik und könnte Gegenstand einer anderen Veröffentlichung sein.
Abschließend sei zuletzt erwähnt, dass der anhaltende Gedanke, dass eine kulturelle Dualität nicht so einfach gleichermaßen existieren kann, dominiert die Diskurse in einem Land wie Deutschland aus dem zusätzlichen Grund, dass es sich hierbei historisch um einen Nationalstaat handelt. Zwar waren auch in den USA während der Migrationswelle EinwanderInnen diversen Ausgrenzungen und rassistischen Aussagen (siehe »No rats, no Greeks, all American« ausgesetzt, doch wurde es der US-amerikanischen Gesellschaft gelungen, nach vielen Jahren die in US-amerikanischen Städten gebürtigen Menschen als AmerikanerInnen wahrzunehmen, was in Deutschland a dato unvorstellbar scheint. Aus diesem Grund unterbreiten wir hiermit den Vorschlag, Rücksicht nehmend auf die Schwierigkeit einer sprachlichen »Eindeutschung«, die Definierung der Identitaätanhand der Stadt, in der man geboren und/oder aufgewachsen sind, zu vollziehen (siehe »Münchner TürkInnen«). Andernfalls tragen wir mit der Aufrechterhaltung von sprachlich und semantische überholten Inhalten dazu bei, dass sich am Zitat von Hannah Arendt in absehbarer Zeit etwas nichts ändert:
»Amerika ist kein Nationalstaat, und die Europäer tun sich verdammt schwer, diese einfache Tatsache zu verstehen, die sie ja theoretisch wissen könnten, nämlich, dieses Land ist weder durch das Erbe noch durch die Erinnerung, noch durch den Boden, noch durch die Sprache, noch durch die Herkunft aus demselben… Es gibt hier keine Ureinwohner. Die Ureinwohner waren die Indianer. Alle anderen sind Bürger, und diese Bürger eint nur eines, und das ist viel: Man wird Bürger der Vereinigten Staaten, indem man einfach der Verfassung zustimmt[31].«
Schlussfolgerungen
Aus der dargestellten Argumentation lässt sich eruieren, dass durch die abgeleiteten Diskurse − die durchgeführt werden, ohne die Perspektive der Betroffenen paritätisch miteinzubeziehen – und die Unabdingbarkeit von Veränderungen des Mindset der Mehrheitsgesellschaft eher das Unbehagen von Minoritäten und weniger das »Wir-Gefühl« gestärkt wird.
Durch die Thematisierung, die offene Kommunikation und jeglichen Versuch eine Denkweise mit Fakten und ohne ideologische Befangenheit nachhaltig und tiefgreifend zu verändern – was zugegeben einen schwierigen und zeitintensiven Prozess darstellt –, könnte man den fairen und gleichberechtigten Umgang mit allen Individuen, unabhängig ihrer Herkunft, gewährleisten. Essenziell ist es dabei die Einzigartigkeit zu beachten, um eine Pauschalisierung unerlässlich zu vermeiden.
Des Weiteren sollte man dezidiert jeglichen Versuch unternehmen, den im Mittelpunkt stehenden Menschen zuzuhören oder zumindest ihre Gedankenwelt und Emotionen in Zusammenhang mit dem Erlebten nicht a priori abzulehnen oder es als eine unbedeutende »Lamentation« degradierend zu bezeichnen. Hier sollte man in Betracht ziehen, dass ihnen nur selten die Gelegenheit geboten wird, sich Gehör aus einer Ich-Perspektive zu verschaffen. Diese Unsichtbarkeit in Kombination mit dem Defizit an Möglichkeiten, die andere Sichtweise dieser komplexen Thematik präsentieren zu dürfen, diskriminiert die Betroffenen beidseitig.
Auf der einen Seite kommen die Leidtragenden der kulturellen Zerrissenheit nicht zu Wort, wenn über sie – und ohne sie – gesprochen wird; auf der anderen Seite wird die Signifikanz der Selbstwahrnehmung per se und der Einflussnahme von induktiven Axiomen auf das Wohlbefinden massiv unterschätzt. Da es sich aber um ein sehr sensibles Thema handelt (siehe cultural sensitivity) schlagen die Autorinnen vor, dass man hier nicht im Sinne der Deduktion ausgehen sollte und von einer allgemeinen Theorie auf eine Vielfalt von Einzelfällen schließt, sondern basierend auf der der Induktion mehrere unterschiedliche Einzelfälle berücksichtigt sollte. Müsse man jedoch im Sinne einer unvermeidbaren Allgemeinheit zwangsläufig das Andere charakterisieren, stellen wir folgende Bezeichnungen zur Diskussion: »Menschen aus einem anderen/weiteren Kulturkreis«, »BürgerInnen mit ausländischen Wurzeln«, »Individuen ausländischer Herkunft«, oder »Menschen mit einer familiären Einwanderungsgeschichte« und »Bürgerinnen kultureller Vielfalt«.
Sind wir uns ferner der politischen Brisanz des obigen Themas summa summarum bewusst, wird uns sofort vor Augen geführt, wie viele Konflikte gelöst werden könnten, wenn jede biologische Kategorisierung an Relevanz verlieren würde und wir stattdessen mehr auf die Gemeinsamkeiten fokussieren. Der palästinensisch-israelische Konflikt, der seit Jahrzenten herrscht und seit kurzem besorgniserregend stets eskaliert zwischen Menschen mit vielfältig kulturellen Affinitäten[17] sowie territorialer Koexistenz sei nur ein Beweis dafür, wo diese dogmatische und seit Langem obsolete Dichotomie − basierend auf rein biologischen Kriterien − führen könnte.
English Titel:
Cultural Labels: About us – Without us
Thoughts beyond the perpetuating label »migrant« in socially acceptable debates within the context of collective attributions
The authors
Dr. Johanna »Victoria« Mamali Panagiotou (Dr. Jopa) is an academic researcher, postdoc candidate (University of Macedonia, Department of Balkan, Slavic & Oriental Studies) and author (»Frauen, Macht und Politik im Kalten Krieg«) who holds a Ph.D. in American Cultural History and a master’s in Psychology of Communication. She also runs (inter)cultural projects and teaches German Culture and Language.
Dr. Sarah Köksal
Dr. Sarah Koeksal is an experienced researcher specializing in anthropology and intercultural communication. She holds a Bachelor’s degree in Mongolian studies and Sinology from the Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn and the National University of Mongolia. Dr. Koeksal holds a Ph.D. in American Cultural History and Anthropology from LMU Munich. Her professional background includes interdisciplinary studies on identity, migration, and education.
[1] Die Signifikanz der gemeinsamen Sprache, die viele Nicht-deutsche Bürger fließend beherrschen und ihnen trotzdem das sogenannte »Wir-Gefühl« vermittelt wird, sei nicht zu unterstützen. Der Rhetoriker Isokrates trug bei der 100. Olympiade im Jahr 380 v. Chr. folgendes Zitat vor: «Τοσοῦτον δ’ ἀπολέλοιπεν ἡ πόλις ἡμῶν περί τό φρονεῖν καὶ λέγειν τοὺς ἄλλους ἀνθρώπους, ὥσθ’ οἱ ταύτης μαθηταὶ τῶν ἄλλων διδάσκαλοι γεγόνασιν, καὶ τὸ τῶν Ἑλλήνων ὄνομα πεποίηκεν μηκέτι τοῦ γένους, ἀλλὰ τῆς διανοίας δοκεῖν εἶναι, καὶ μᾶλλον Ἕλληνας καλεῖσθαι τοὺς τῆς παιδεύσεως τῆς ἡμετέρας ἤ τοὺς τῆς κοινῆς φύσεως μετέχοντας». Frei übersetzt heißt es: »Athen hat den Rest der Menschheit intellektuell und in der Ausdrucksfähigkeit so weit hinter sich gelassen, dass seine Schüler zu Lehrern der Welt geworden sind. Demnach bezieht sich der Begriff Hellen nicht mehr auf eine ethnische Gruppe, sondern auf den Geist. So sei jeder, der die hellenische Sprache spricht, berechtigt, den Titel Hellen mehr als Zeichen unserer gemeinsamen Bildung und weniger als unserer gleichen Abstammung zu führen.« Selbstverständlich könnte man das hier übersetzte Zitat auch kritisch betrachten, da der Redner Athen gegenüber anderen altgriechischen Städten und Stämmen gewissermaßen glorifiziert, darf aber als Gedankenanstoß in der hier behandelten Thematik dienen.
[2] Bedauerlicherweise wird nicht wenigen BürgerInnen ausländischer Herkunft, die in der Bundesrepublik geboren und aufgewachsen sind, die deutsche Staatsangehörigkeit aus diversen, nicht durchaus nachvollziehbaren Gründen verweigert. Als Begründungen hierfür wurden im Rahmen unserer Recherche überwiegend finanzielle Ursachen für eine Ablehnung erwähnt. Genauer prüft die zuständige Behörde, ob sich die AntragstellerInnen in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis befinden, was ein wichtiges Kriterium für die Genehmigung ist. Andernfalls muss bewiesen werden, dass man im Rahmen einer selbständigen Beschäftigung über eine gewisse Summe verdient, um nicht den Verdacht zu schöpfen, der/die Kandidat/-in würde seinen/ihren Unterhalt zu Lasten des deutschen Sozialstaates bestreiten. Von dieser Regelung sind beispielsweise Frauen mit Kindern, die ein Kleinunternehmen führen, betroffen. Ein erwähnungswürdiger Grund ist ferner die Partizipation an Demonstrationen und Solidaritätsveranstaltungen, etwa mit dem kurdischen oder palästinensischen Volk, was unter das Terrorismusbekämpfungsgesetz fällt und eine Ablehnungsentscheidung bestärken könnte.
[3] Das Antidiskriminierungsgesetz (AGG) bezieht sich unmissverständlich auch auf Anspielungen und gibt vor, es sei eine Verletzung der Würde ist. Vgl. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz: Gegen Diskriminierung im Beruf & Alltag. Hrgs. Baden-Württemberg, Ministerium für Soziales und Integration. 2. Auflage, Stand: Oktober 2016, S. 8. Abrufbar unter:
Vgl. ebenso das AGG der Antidiskriminierungsstelle des Bundes. Abrufbar unter:
[4] Trotz negativer Konnotation sowie historischer Belastung wegen der Ereignisse in den 1990er Jahren scheint diese Bezeichnung nicht falsch zu sein.
[5] Die migrantische Zuschreibung ist vor allem für BürgerInnen, die ihre Wurzeln in einem weiteren EU-Land haben, problematisch, da sowohl die vorgeschriebene Schengen-Freizügigkeit als auch der Prozess einer nicht selten schmerzhaften Migration an Bedeutung verliert. Impliziert wird ferner, dass das Individuum stets als eine Projektion der Eltern perzipiert wird. Vlg. die offizielle Definition des Statistischen Bundesamtes und des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF): »Eine Person hat einen Migrationshintergrund, wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurde. Im Einzelnen umfasst diese Definition zugewanderte und nicht zugewanderte Ausländerinnen und Ausländer, zugewanderte und nicht zugewanderte Eingebürgerte, (Spät-) Aussiedlerinnen und (Spät-) Aussiedler sowie die als Deutsche geborenen Nachkommen dieser Gruppen.« Abrufbar unter:
[6] Nach einem nachvollziehbaren Erfahrungsbericht zufolge erhielt neulich eine der Autorinnen dieses Essays im Rahmen der Befragung einer akademischen Organisation automatisch, selbstverständlich und ohne jegliche Absprache oder ihr Einverständnis einen separaten Fragebogen als alle anderen Akademikerinnen, die sie schnellstmöglich als Migrantin ausfüllen und einreichen sollte. Jeglicher Versuch zu erklären, dass dies nicht repräsentativ für ihre Persönlichkeit als gebürtige Deutsche sei, scheiterte mit biologisch bedingten Argumenten der anderen Seite, die vermutlich auf den ausländisch klingenden Namen der Forscherin basierten. Um der Mehrheitsgesellschaft zu erklären, warum sie sich dabei aussortiert und kategorisiert gefühlt hat, entstand unter anderem der vorliegende Versuch, da dieses Vorkommnis keinen Einzelfall darstellt.
[7] Vgl. Dimitrova, Anna (2024). Kanak Kids: Halb angepasst und voll dazwischen. Hamburg: Arctis.
[8] Das Wort »Kanake« stammt ursprünglich aus dem Hawaiianischen und bedeutete »Mensch«. Es bezeichnete die BewohnerInnen der französischen Inselgruppe Neukaledoniens und war im 19. Jahrhundert neutral bis positiv besetzt − besonders unter deutschen Seeleuten. Um 1900 wurde es im Berliner Gaunerjargon abwertend gebraucht und mit dem ebenfalls negativ belegten Wort »Hanake« (ursprüngliche Bezeichnung für die in Mähren angesiedelten SlawonInnen vermischt, was zur heutigen negativen Bedeutung beitrug. In den 1970er-Jahren wurde »Kanake« ein stark abwertender Begriff für hauptsächlich türkischstämmige GastarbeiterInnen. Heute wird der Begriff teilweise von jungen Nicht-Deutschen selbstbewusst und provokant umgedeutet und als Selbstbezeichnung sarkastisch verwendet. Vgl. Trost, Gabriele (2020): "Woher stammt das Wort "Kanake"? Geschichte der Gastarbeiter". In: Planet Wissen. Abrufbar unter:
[9] Vgl. ebenso Shahozaini, Bahman (2021). Danke, Deutschland!: Von unser aller Glück, hier zu sein. Ein »Kanake« erzählt. München: Riva. Aus dem Klappentext erfahren wir: »Bahman Shahozaini ist Deutscher, auch wenn sein Name und Aussehen dies nicht unbedingt nahelegen. Lange mühte er sich vergeblich, dazuzugehören: "Ich dachte und sprach Deutsch, aber das schien nicht zu reichen".« Enttabuisiert und eingeführt in die deutsche Hochkultur wurde der Begriff 2011 vom Autor Feridun Zaimoğlu mit der Veröffentlichung seines Buchs Kanak Sprak. Vgl. Zaimoğlu, Feridun (2011). Kanak Sprak / Koppstoff: Die gesammelten Misstöne vom Rande der Gesellschaft. Köln: KiWi.
[10] Ein Erfahrungsbericht von Dr. Felix Findig. Abrufbar unter:
[11] Leiprecht, Rudolf (2012). "Sozialisation in der Migrationsgesellschaft und die Frage nach der Kultur". In: Aus Politik und Zeitgeschichte – ApuZ, 29.11.2012. Abrufbar unter:
[12] Vgl. Schramkowski, Barbara (2007). Integration unter Vorbehalt: Perspektiven junger Erwachsener mit Migrationshintergrund. Berlin: Iko.
[13] Vgl. ebenso Schramkowski, Barbara (2007). " Für mich aber hat dieses Integrationswort mit der Zeit seinen Wert verloren – Perspektiven junger Erwachsener mit Migrationshintergrund. In: Geisen, T., Riegel, C. (eds). Jugend, Partizipation und Migration. Orientierungen im Kontext von Integration und Ausgrenzung. VS Verlag für Sozialwissenschaften [nun Springer VS/Heidelberg]. Abrufbar unter: doi.org/10.1007/978-3-531-90481-8_8
[14] Die Zitate sind abrufbar unter: www.presse.uni-oldenburg.de/f-aktuell/22499.html
[15] Ebenda.
[16] Ebenda.
[17] Man darf nicht vergessen, dass beide als Angehörige der Völker, die im Nahen Osten und in Nordafrika ursprünglich lebten, sich einer semitischen Sprache (arabisch, hebräisch, aramäisch) bedienten und seit der Antike als Semiten galten. Dies sei ein positiver Aspekt, auf den man in einem pazifistischen Diskurs rekurrieren kann. Diesen Gedankengang könnte man ebenso im russisch-ukrainischen Konflikt zwischen zwei ostslawischen Volksgruppen oder ehemaligen Sowjets übernehmen. In dieser Annäherung kristallisiert sich das Noema einer positiven Verallgemeinerung, in der auf das Besondere und das Dazugehörende − im Gegensatz zu einer Pauschalisierung, wo Elemente ihre besonderen Eigenschaften aufgeben müssen −, ex aequo hingewiesen wird.
[1] Die Signifikanz der gemeinsamen Sprache, die viele Nicht-deutsche Bürger fließend beherrschen und ihnen trotzdem das sogenannte »Wir-Gefühl« vermittelt wird, sei nicht zu unterstützen. Der Rhetoriker Isokrates trug bei der 100. Olympiade im Jahr 380 v. Chr. folgendes Zitat vor: «Τοσοῦτον δ’ ἀπολέλοιπεν ἡ πόλις ἡμῶν περί τό φρονεῖν καὶ λέγειν τοὺς ἄλλους ἀνθρώπους, ὥσθ’ οἱ ταύτης μαθηταὶ τῶν ἄλλων διδάσκαλοι γεγόνασιν, καὶ τὸ τῶν Ἑλλήνων ὄνομα πεποίηκεν μηκέτι τοῦ γένους, ἀλλὰ τῆς διανοίας δοκεῖν εἶναι, καὶ μᾶλλον Ἕλληνας καλεῖσθαι τοὺς τῆς παιδεύσεως τῆς ἡμετέρας ἤ τοὺς τῆς κοινῆς φύσεως μετέχοντας». Frei übersetzt heißt es: »Athen hat den Rest der Menschheit intellektuell und in der Ausdrucksfähigkeit so weit hinter sich gelassen, dass seine Schüler zu Lehrern der Welt geworden sind. Demnach bezieht sich der Begriff Hellen nicht mehr auf eine ethnische Gruppe, sondern auf den Geist. So sei jeder, der die hellenische Sprache spricht, berechtigt, den Titel Hellen mehr als Zeichen unserer gemeinsamen Bildung und weniger als unserer gleichen Abstammung zu führen.« Selbstverständlich könnte man das hier übersetzte Zitat auch kritisch betrachten, da der Redner Athen gegenüber anderen altgriechischen Städten und Stämmen gewissermaßen glorifiziert, darf aber als Gedankenanstoß in der hier behandelten Thematik dienen.
[2] Bedauerlicherweise wird nicht wenigen BürgerInnen ausländischer Herkunft, die in der Bundesrepublik geboren und aufgewachsen sind, die deutsche Staatsangehörigkeit aus diversen, nicht durchaus nachvollziehbaren Gründen verweigert. Als Begründungen hierfür wurden im Rahmen unserer Recherche überwiegend finanzielle Ursachen für eine Ablehnung erwähnt. Genauer prüft die zuständige Behörde, ob sich die AntragstellerInnen in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis befinden, was ein wichtiges Kriterium für die Genehmigung ist. Andernfalls muss bewiesen werden, dass man im Rahmen einer selbständigen Beschäftigung über eine gewisse Summe verdient, um nicht den Verdacht zu schöpfen, der/die Kandidat/-in würde seinen/ihren Unterhalt zu Lasten des deutschen Sozialstaates bestreiten. Von dieser Regelung sind beispielsweise Frauen mit Kindern, die ein Kleinunternehmen führen, betroffen. Ein erwähnungswürdiger Grund ist ferner die Partizipation an Demonstrationen und Solidaritätsveranstaltungen, etwa mit dem kurdischen oder palästinensischen Volk, was unter das Terrorismusbekämpfungsgesetz fällt und eine Ablehnungsentscheidung bestärken könnte.
[3] Das Antidiskriminierungsgesetz (AGG) bezieht sich unmissverständlich auch auf Anspielungen und gibt vor, es sei eine Verletzung der Würde ist. Vgl. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz: Gegen Diskriminierung im Beruf & Alltag. Hrgs. Baden-Württemberg, Ministerium für Soziales und Integration. 2. Auflage, Stand: Oktober 2016, S. 8. Abrufbar unter:
Vgl. ebenso das AGG der Antidiskriminierungsstelle des Bundes. Abrufbar unter:
[4] Trotz negativer Konnotation sowie historischer Belastung wegen der Ereignisse in den 1990er Jahren scheint diese Bezeichnung nicht falsch zu sein.
[5] Die migrantische Zuschreibung ist vor allem für BürgerInnen, die ihre Wurzeln in einem weiteren EU-Land haben, problematisch, da sowohl die vorgeschriebene Schengen-Freizügigkeit als auch der Prozess einer nicht selten schmerzhaften Migration an Bedeutung verliert. Impliziert wird ferner, dass das Individuum stets als eine Projektion der Eltern perzipiert wird. Vlg. die offizielle Definition des Statistischen Bundesamtes und des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF): »Eine Person hat einen Migrationshintergrund, wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurde. Im Einzelnen umfasst diese Definition zugewanderte und nicht zugewanderte Ausländerinnen und Ausländer, zugewanderte und nicht zugewanderte Eingebürgerte, (Spät-) Aussiedlerinnen und (Spät-) Aussiedler sowie die als Deutsche geborenen Nachkommen dieser Gruppen.« Abrufbar unter:
[6] Deutscher Bundestag (2004): Gesetzentwurf der Bundesregierung. Entwurf eines Gesetzes zur Durchführung einer Repräsentativstatistik über die Bevölkerung und den Arbeitsmarkt sowie die Wohnsituation der Haushalte (Mikrozensusgesetz 2005). Drucksache 15/4188, S. 11-13.
[7] Statistisches Bundesamt (2020): "Migrationshintergrund – ein Begriff, viele Definitionen." In: WISTA – Wirtschaft und Statistik, 5/2020, S. 79-91.
[8] Will, Anne-Kathrin (2019): "Der Migrationshintergrund in der Statistik – Definitionen, (Nicht-)Erfassung und Debatten." In: Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.): Dossier Migration. Bonn, S. 2-4.
[9] neue deutsche organisationen (2017): Positionspapier: Migrationshintergrund – eine rassistische Konstruktion. Berlin, S. 25; Scherr, Albert (2016): "Migrationshintergrund – wieso, woher, wohin?" In: Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.): Regionalprofile Deutschland. Bonn, S. 4-7.
[10] Nach einem nachvollziehbaren Erfahrungsbericht zufolge erhielt neulich eine der Autorinnen dieses Essays im Rahmen der Befragung einer akademischen Organisation automatisch, selbstverständlich und ohne jegliche Absprache oder ihr Einverständnis einen separaten Fragebogen als alle anderen Akademikerinnen, die sie schnellstmöglich als Migrantin ausfüllen und einreichen sollte. Jeglicher Versuch zu erklären, dass dies nicht repräsentativ für ihre Persönlichkeit als gebürtige Deutsche sei, scheiterte mit biologisch bedingten Argumenten der anderen Seite, die vermutlich auf den ausländisch klingenden Namen der Forscherin basierten. Um der Mehrheitsgesellschaft zu erklären, warum sie sich dabei aussortiert und kategorisiert gefühlt hat, entstand unter anderem der vorliegende Versuch, da dieses Vorkommnis keinen Einzelfall darstellt.
[11] Vgl. Dimitrova, Anna (2024). Kanak Kids: Halb angepasst und voll dazwischen. Hamburg: Arctis.
[12] Das Wort »Kanake« stammt ursprünglich aus dem Hawaiianischen und bedeutete »Mensch«. Es bezeichnete die BewohnerInnen der französischen Inselgruppe Neukaledoniens und war im 19. Jahrhundert neutral bis positiv besetzt − besonders unter deutschen Seeleuten. Um 1900 wurde es im Berliner Gaunerjargon abwertend gebraucht und mit dem ebenfalls negativ belegten Wort »Hanake« (ursprüngliche Bezeichnung für die in Mähren angesiedelten SlawonInnen vermischt, was zur heutigen negativen Bedeutung beitrug. In den 1970er-Jahren wurde »Kanake« ein stark abwertender Begriff für hauptsächlich türkischstämmige GastarbeiterInnen. Heute wird der Begriff teilweise von jungen Nicht-Deutschen selbstbewusst und provokant umgedeutet und als Selbstbezeichnung sarkastisch verwendet. Vgl. Trost, Gabriele (2020): "Woher stammt das Wort "Kanake"? Geschichte der Gastarbeiter". In: Planet Wissen. Abrufbar unter: https://www.planet-wissen.de/geschichte/deutsche_geschichte/geschichte_der_gastarbeiter/pwiewissensfrage550.html
[13] Vgl. ebenso Shahozaini, Bahman (2021). Danke, Deutschland!: Von unser aller Glück, hier zu sein. Ein »Kanake« erzählt. München: Riva. Aus dem Klappentext erfahren wir: »Bahman Shahozaini ist Deutscher, auch wenn sein Name und Aussehen dies nicht unbedingt nahelegen. Lange mühte er sich vergeblich, dazuzugehören: "Ich dachte und sprach Deutsch, aber das schien nicht zu reichen".« Enttabuisiert und eingeführt in die deutsche Hochkultur wurde der Begriff 2011 vom Autor Feridun Zaimoğlu mit der Veröffentlichung seines Buchs Kanak Sprak. Vgl. Zaimoğlu, Feridun (2011). Kanak Sprak / Koppstoff: Die gesammelten Misstöne vom Rande der Gesellschaft. Köln: KiWi.
[14] Said, Edward W. (1978): Orientalism. New York: Pantheon Books; Spivak, Gayatri Chakravorty (1985): "The Rani of Sirmur: An Essay in Reading the Archives." In: History and Theory, 24(3), S. 247-272.
[15] Shinozaki, K. (2012). Transnational dynamics in researching migrants: self-reflexivity and boundary-drawing in fieldwork. Ethnic and Racial Studies, 35(10), 1810–1827. https://doi.org/10.1080/01419870.2012.659275
[16] Moffitt, Ulrika (2019): "Who is 'German' and who is a 'migrant?' Constructing otherness in everyday life." In: Ethnicities, 19(3), S. 485-508.
[17] Immerfall, Stefan (2017): "Citizenship and Belonging." In: Glocalism: Journal of Culture, Politics and Innovation, 2, S. 1-24.
[18] Dennis, Jeffery M./Phinney, Jean S./Chuateco, Lizette Ivy (2005): "The role of motivation, parental support, and peer support in the academic success of ethnic minority first-generation college students." In: Journal of College Student Development, 46(3), S. 223-236.
[19] Hochman, Oshrat/Davidov, Eldad (2018): "Emotional integration across immigrant generations in Baden-Württemberg, Germany: The role of discrimination." In: International Migration, 56(3), S. 1-17.
[20] Wessendorf, Susanne/Phillimore, Jenny (2019): "New migrants' social integration, embedding and emplacement in superdiverse contexts." In: Sociology, 53(1), S. 123-138.
[21] Butt, Huma (2020): "Family, Marriage and Ethnic Identity: A Study of Second Generation Pakistani Immigrants in Germany." Dissertation, Universität Duisburg-Essen.
[22] Glick Schiller, Nina/Çağlar, Ayşe (2016): "Displacement, emplacement and migrant newcomers: rethinking urban sociabilities within multiscalar power." In: Identities, 23(1), S. 17-34.
[23] Vgl. ebenso Schramkowski, Barbara (2007). " Für mich aber hat dieses Integrationswort mit der Zeit seinen Wert verloren – Perspektiven junger Erwachsener mit Migrationshintergrund. In: Geisen, T., Riegel, C. (eds). Jugend, Partizipation und Migration. Orientierungen im Kontext von Integration und Ausgrenzung. VS Verlag für Sozialwissenschaften [nun Springer VS/Heidelberg]. Abrufbar unter: doi.org/10.1007/978-3-531-90481-8_8
[24] Leiprecht, Rudolf (2012). "Sozialisation in der Migrationsgesellschaft und die Frage nach der Kultur". In: Aus Politik und Zeitgeschichte – ApuZ, 29.11.2012. Abrufbar unter:
[25] Vgl. Schramkowski, Barbara (2007). Integration unter Vorbehalt: Perspektiven junger Erwachsener mit Migrationshintergrund. Berlin: Iko.
[26] Vgl. ebenso Schramkowski, Barbara (2007). " Für mich aber hat dieses Integrationswort mit der Zeit seinen Wert verloren – Perspektiven junger Erwachsener mit Migrationshintergrund. In: Geisen, T., Riegel, C. (eds). Jugend, Partizipation und Migration. Orientierungen im Kontext von Integration und Ausgrenzung. VS Verlag für Sozialwissenschaften [nun Springer VS/Heidelberg]. Abrufbar unter: doi.org/10.1007/978-3-531-90481-8_8
[27] Die Zitate sind abrufbar unter: www.presse.uni-oldenburg.de/f-aktuell/22499.html
[28] Ebenda.
[29] Hund, Wulf (2017). Wie die Deutschen weiß wurden: Kleine (Heimat)Geschichte des Rassismus. Stuttgart: J. B. Metzler, S. 6.
[30] Vgl. hierzu Akçit, Hakan (2023). "Nach dem Anwerbestopp: Das Rückkehrhilfegesetz von 1983". In: Heinrich Böll Stiftung, Heimatkunde, Migrationspolitisches Portal, 23.11.2023. Abrufbar unter: heimatkunde.boell.de/de/2023/11/23/nach-dem-anwerbestopp-das-rueckkehrhilfegesetz-von-1983
[31] "Das letzte Interview. Hannah Arendt im Interview mit Roger Errera" [Oktober 1973], 09.03.2024. Abrufbar unter: jochenteuffel.com/2024/03/09/hannah-arendt-im-letzten-interview-1973/







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